Zum Inhalt springen
Für Tiersitter

Futterplan, Impfpass & Tierarzt-Notfallkontakt für Tiersitter

FellDesk Redaktion Zuletzt geprüft am Lesezeit 6 Min.

Bei der Tierbetreuung entscheidet sich vieles in den fünf Minuten der Übergabe. Was dort nicht gesagt oder nicht aufgeschrieben wird, fehlt später – wenn der Hund das Futter verweigert, wenn eine Tablette ansteht oder wenn unterwegs etwas passiert. Dieser Leitfaden zeigt, welche Angaben du zu jedem betreuten Tier brauchst, wie du sie so festhältst, dass sie im Ernstfall in Sekunden auffindbar sind, und welche Fehler in der Praxis am häufigsten passieren.

1 Abschnitt 1

Was in eine Übergabe gehört

Die Übergabe ist der einzige Moment, in dem du alle Informationen bekommst, die du später brauchst. Sie läuft aber unter Zeitdruck ab: Der Halter will zur Arbeit, der Hund ist aufgeregt. Ein festes Raster hilft mehr als ein gutes Gedächtnis.

Diese Angaben solltest du bei jedem neuen Tier einmal vollständig erfassen und danach nur noch prüfen:

Block Angaben Warum
Tier Name, Rasse, Alter, Gewicht, Kastration Dosierungen und Belastbarkeit hängen am Gewicht
Kennzeichnung Chipnummer, Registrierung bei Tasso oder Findefix Entscheidend, falls das Tier entläuft
Gesundheit Bekannte Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten Fehler bei Leckerlis passieren sonst zwangsläufig
Futter Produkt, Menge, Uhrzeiten, Besonderheiten Futterwechsel und Fehlmengen führen zu Beschwerden
Medikamente Präparat, Dosis, Zeitpunkt, mit oder ohne Futter Siehe eigener Abschnitt
Tierarzt Praxis, Telefon, Adresse, Öffnungszeiten Der wichtigste Block überhaupt
Verhalten Verträglichkeit, Leinenführigkeit, Reize Sicherheit für Tier, dich und Dritte
Vollmacht Wer entscheidet, bis zu welchem Betrag Klärt Haftung und Handlungsspielraum
2 Abschnitt 2

Der Futterplan: warum „eine Tasse" nicht reicht

Die häufigste Ursache für Beschwerden in der Tierbetreuung ist kein Notfall, sondern ein Magen-Darm-Problem nach einem unbeabsichtigten Futterwechsel oder einer falschen Menge. Beides lässt sich vermeiden, wenn der Plan drei Angaben enthält: Uhrzeit, Menge in Gramm und die genaue Produktbezeichnung.

Haushaltsmaße sind der Kern des Problems. Eine Tasse kann 120 oder 250 Gramm fassen, je nach Tasse und Futtersorte. Bei einem kleinen Hund ist das der Unterschied zwischen der halben und der doppelten Tagesration.

Ein tragfähiger Plan sieht so aus:

Zeit Menge Produkt Besonderheit
07:00 180 g Trockenfutter Adult Lachs In zwei Portionen, frisst sonst zu hastig
12:30 1 Kaustange Dental, mittelgroß Nur, wenn der Vormittagsspaziergang stattfand
18:00 180 g Trockenfutter Adult Lachs Mit 50 ml lauwarmem Wasser übergossen
Ganztägig Frisches Wasser Napf zweimal täglich wechseln

Zwei Ergänzungen machen den Plan alltagstauglich. Erstens: Notiere ausdrücklich, was das Tier nicht bekommen darf – gerade bei Allergien ist die Verbotsliste wichtiger als die Erlaubnisliste. Zweitens: Halte fest, was zu tun ist, wenn eine Mahlzeit verweigert wird. Ein Hund, der einmal nicht frisst, ist selten ein Notfall; ein Hund, der zwei Mahlzeiten stehen lässt, ist ein Anlass zum Anruf.

3 Abschnitt 3

Medikamente: die drei Angaben, die fast immer fehlen

Bei Medikamenten steht auf den meisten Übergabezetteln nur der Präparatename und ein grober Zeitpunkt. Für eine sichere Gabe reicht das nicht. Diese drei Angaben fehlen am häufigsten:

  1. Die genaue Dosis in Stück oder Milligramm – „eine halbe Tablette" ist nur eindeutig, wenn auch die Wirkstärke bekannt ist.
  2. Ob die Gabe mit oder ohne Futter erfolgt – bei manchen Wirkstoffen verändert das die Aufnahme erheblich.
  3. Was gilt, wenn eine Gabe ausgelassen wurde – nachholen oder überspringen? Diese Frage stellt sich häufiger, als Halter erwarten.

Dazu kommt eine Grenze, die du kennen solltest: Die Verabreichung eines vom Tierarzt verordneten Medikaments nach dessen Anweisung ist Teil der Betreuung. Eine eigene Dosisanpassung, das Weglassen einer Gabe nach eigenem Ermessen oder die Gabe eines nicht verordneten Mittels ist es nicht. Im Zweifel gilt: anrufen, nicht entscheiden.

Praktisch bewährt hat sich, die Gabe zu quittieren – mit Datum und Uhrzeit. Das dauert fünf Sekunden und beantwortet jede spätere Rückfrage.

4 Abschnitt 4

Impfschutz im Blick behalten

Für die Betreuung mehrerer Hunde in einer Gruppe – Gassirunden, Tagesbetreuung, Hundepension – ist ein dokumentierter Impfschutz der Regelfall. Rechtlich vorgeschrieben ist bundesweit vor allem die Tollwutimpfung im Zusammenhang mit dem Reiseverkehr; darüber hinaus richten sich die Anforderungen nach deinen eigenen Betreuungsbedingungen und gegebenenfalls nach Vorgaben des zuständigen Veterinäramts.

Die Wiederholungsintervalle ergeben sich aus der Zulassung des jeweiligen Impfstoffs und der Einschätzung der behandelnden Tierarztpraxis; sie unterscheiden sich zwischen Präparaten. Verlasse dich deshalb auf das Datum im Impfausweis, nicht auf eine Faustregel.

  • Notiere das Ablaufdatum, nicht das Impfdatum – nur damit lässt sich sinnvoll erinnern.
  • Prüfe den Ausweis bei Aufnahme eines neuen Tieres einmal selbst, statt dich auf die Aussage des Halters zu verlassen.
  • Setze dir eine Erinnerung vier Wochen vor Ablauf; ein Auffrischungstermin lässt sich nicht immer kurzfristig bekommen.
  • Bei Gruppenbetreuung: Halte fest, welche Nachweise du zur Bedingung machst – und wende die Regel auf alle Kunden gleich an.
5 Abschnitt 5

Der Notfallkontakt: was er enthalten muss

Ein Notfall unterwegs lässt keine Zeit für Suche. Die Angaben müssen an einer Stelle stehen, die du mit einer Hand und in wenigen Sekunden erreichst.

  • Name der Tierarztpraxis, Telefonnummer und vollständige Adresse
  • Öffnungszeiten und ausdrücklich: die nächstgelegene Notfallpraxis für Abende und Wochenenden
  • Mobilnummer des Halters und eine zweite Nummer als Rückfallebene
  • Chipnummer des Tieres und die Registrierungsstelle
  • Bekannte Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten in einem Satz
  • Die Behandlungsvollmacht mit Betragsgrenze

Der letzte Punkt wird am häufigsten vergessen und ist im Ernstfall der heikelste. Ohne Vollmacht ist unklar, ob du eine Behandlung beauftragen darfst, wenn der Halter nicht erreichbar ist. Eine schriftliche Regelung – etwa: Behandlung bis 400 Euro ohne Rücksprache, darüber nur nach Kontakt – schafft für beide Seiten Klarheit und gehört in deine Betreuungsvereinbarung.

6 Abschnitt 6

Wie du all das im Alltag griffbereit hältst

Die Angaben zu haben ist die eine Hälfte. Sie unterwegs zu erreichen, die andere. Ein Ordner im Regal hilft nicht, wenn du im Park stehst.

Drei Anforderungen entscheiden über die Alltagstauglichkeit:

  1. Erreichbar auf dem Gerät, das du ohnehin dabei hast – in der Regel das Telefon.
  2. Auffindbar über den Tiernamen, nicht über den Nachnamen des Halters. Unterwegs denkst du in Tieren.
  3. Aktualisierbar, ohne dass es doppelte Stände gibt. Eine Notiz auf dem Telefon und ein Zettel zu Hause driften unweigerlich auseinander.

Für wiederkehrende Betreuungen kommt ein vierter Punkt dazu: Feste Gassirunden oder Tagesbetreuungen sollten sich als Serie anlegen lassen. Wer jede Dienstagsrunde einzeln einträgt, verliert Zeit und übersieht irgendwann einen Termin.

7 Abschnitt 7

Checkliste für die Übergabe

  1. Tierdaten inklusive Gewicht und Chipnummer erfasst.
  2. Futterplan mit Uhrzeit, Grammangabe und Produktnamen notiert.
  3. Verbotsliste bei Allergien und Unverträglichkeiten festgehalten.
  4. Medikamente mit Dosis, Zeitpunkt und Verhalten bei ausgelassener Gabe dokumentiert.
  5. Impfausweis gesichtet, Ablaufdatum notiert, Erinnerung gesetzt.
  6. Tierarztpraxis samt Notfallpraxis und Adresse hinterlegt.
  7. Zweite Erreichbarkeit des Halters erfasst.
  8. Behandlungsvollmacht mit Betragsgrenze schriftlich vereinbart.
  9. Schlüsselübergabe und Rückgabe dokumentiert.

Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Artikel gibt den Stand zum Zeitpunkt der letzten Prüfung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Passend dazu

Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer haftet, wenn während der Betreuung ein medizinischer Notfall eintritt?
Tiersitter haften für Schäden und Tierarztkosten, wenn nicht vorsorglich eine schriftliche Notfall-Vollmacht und ein hinterlegter Tierarztkontakt vorliegen. FellDesk speichert Notfallkontakte direkt im Tierprofil.
Welche Angaben gehören zwingend in einen Futterplan für Tiersitter?
Neben der genauen Grammanzahl und Uhrzeit gehören Allergien, Unverträglichkeiten und eventuelle Medikamenteneingaben in das Futterprofil.
Wo hinterlege ich Tierarzt-Notfallkontakte und Futteranweisungen?
Im Betriebstyp Tiersitter gibt es eigene Felder für die Tierarzt-Praxis samt Telefonnummer, Fütterungshinweise, Spezialfutter und Medikamenteneingabe.
Erinnert mich FellDesk an abgelaufene Impfpässe vor der Gruppenbetreuung?
Ja, FellDesk überwacht das Feld „Geimpft bis“. Ist der Impfschutz abgelaufen oder steht die Verlängerung bevor, zeigt dir das System eine deutliche Warnmeldung.

Überzeuge dich selbst im kostenlosen Tarif

Teste FellDesk dauerhaft kostenlos mit deinen ersten fünf Stammkunden.

Kostenlos starten